Faszientechniken

Das Fasziendistorsionsmodell (FDM) nach Typaldos ist eine medizinische Sichtweise, welche die Ursache für körperliche Beschwerden und Funktionseinschränkungen auf Verformungen der Faszien (des Bindegewebes) zurückführt.
Durch die Korrektur dieser Verformungen können Schmerzen und Bewegungseinschränkungen effektiv, messbar und nachvollziehbar behandelt werden.

Mittels einer umfassenden Anamnese, einer körperlichen Untersuchung und über die Interpretation der Schmerzgestik wird die physiotherapeutische Diagnose gestellt. Danach werden die entsprechenden Fasziendistorsionen (-verformungen) durch manuelle und osteopathischen Behandlungstechnicken korrigiert.

FDM wird eingesetzt bei:

  • akuten Schmerzen durch Verstauchungen und Verrenkungen von Gelenken
  • Sportverletzungen z.B. Bänderzerrungen, Prellungen, Muskelfaserrissen, etc.
  • Rückenschmerzen, Kreuzschmerzen, Schulter- und Nackenschmerzen …
  • Bewegungseinschränkungen
  • Symptome wie Taubheitsgefühl oder Kribbeln sowie Schwäche oder Instabilität

Was sind Faszien?

Als Faszie wird eine dünne sehnenartige Hüllschicht aus Bindegewebe bezeichnet, die Muskeln oder Muskelgruppen, Organe aber auch ganze Körperabschnitte umgibt. Das Gewebe der Faszien besteht vorwiegend aus straffen, gekreuzten Kollagenfasern und Elastin. Faszien geben Muskeln die Form, wodurch die Muskulatur Festigkeit und Elastizität erhält.

Untergliederung der Faszien in 3 Typen

Oberflächliche Faszien befinden sich im Unterhautgewebe und bestehen vorrangig aus lockerem Bindegewebe und Fettgewebe. Sie fungieren als Wasser-und Fettspeicher sowie als Durchgang für Lymphe, Nerven und Blutgefäße und haben darüber hinaus eine dämpfende und puffernde Funktion.

Als tiefe Faszien hingegen werden stark faserreiche Bindegewebsschichten und -stränge bezeichnet, von denen Muskeln, Knochen, Blutgefäße und Nervenbahnen durchdrungen und umschlossen sind. Dieses Netzwerk aus Gewebe zeigt sich – abhängig von den jeweiligen Belastungsverhältnissen – in unterschiedlicher Form, z.B. als Sehnenplatten, große flächenhafte Faszien, als Ligamente (Bänder), Sehnen oder Gelenkkapseln.

Die dritte Gruppe, die so genannten viszeralen Faszien (viszeral = die Eingeweide betreffend), bedecken sämtliche innere Organe mit einer Doppelschicht aus Bindegewebsmembranen und bilden so das „Aufhängesystem“ der Organe im Rumpf. (vgl. FDM-Europe 2015)