Lokale Stabilisatoren der Wirbelsäule

Die Wirbelsäule besteht aus 24 Wirbelkörpern, welche übereinander auf dem Becken balancieren. Die Wirbel sind durch Bänder, die Bandscheibe und Muskeln miteinander verbunden.
Bei Bewegungen des Körpers im Raum und vor allem bei körperlichen Belastungen ist es die Aufgabe der Muskeln, die Wirbel in Position zu halten und zu stabilisieren Gelingt dies nicht, werden Bewegungen zu spät gebremst und es entsteht eine segmentale Instabilität (= zwischen den Wirbeln), welche Banscheibenvorfälle begünstigt und unspezifische Rückenschmerzen auslösen kann.

Ursächlich für diese Instabilität ist nicht ein allgemeiner Bewegungsmangel oder ein Mangel an Kraft (vgl. Mandell 1993) sondern der Verlust der intersegmentalen motorischen Kontrolle (vgl. Macdonald 2006).

Ein isoliertes Krafttraining der großen Rückenmuskeln kann zwar kurzfristige Erfolge bringen, da diese Muskeln jedoch nicht für andauernde und vor allem vorgesteuerte Kontraktion konzipiert sind, ist die Wahrscheinlichkeit einer wiederkehrenden Schmerzproblematik sehr hoch (vgl. Hodges 1996; Mcdonald 2006; Smith 2007; Tsao 2007; Marshall 2009).
Für eine Stabilität zwischen den Wirbeln ist eine ausdauernde Kontraktion der kleinen Rückenmuskeln notwendig, welche im Gegensatz zu den Kraftmuskeln von Wirbel zu Wirbel ziehen und somit gezielter stabilisieren können.

In der Therapie wird die Ansteuerung der lokalen, stabilisierenden Muskeln erlernt und das Training der Muskelaktivierung wird für mehrere Wochen umgesetzt. Dadurch werden eine Automatisierung und eine Reintegration ins neuromuskuläre System erreicht. Die Wahrscheinlichkeit von wiederkehrenden Schmerzen ist somit sehr gering. (vgl. OSullivan 1997; Hides 2001; Goldby 2006)

Lokale Stabilisatoren spielen eine wichtige Rolle bei:

  • Chronischen Rückenschmerzen
  • Wiederkehrenden Hexenschüssen
  • Bandscheibenvorfällen
  • Gleitwirbeln oder globalen Instabilitäten
  • Instabilitäten im Kreutzdarmbeingelenk (ISG) z.B. nach der Geburt oder posttraumatisch